Andreas Herden in den Bundestag
Andreas Herden in den Bundestag

Nichtachtung von Natur und Schöpfung

Ein trostloses Bild gibt der Mühbach am südlichen Ortseingang von Trostberg ab.

Leserbrief zum Artikel „Radikalschnitt am Möglinger Mühlbach“ vom 17. Februar:

Danke an die Redakteurin Frau Frei für die Wiedergabe der Aussagen des Grundstückseigentümers Klaus Huber. Er spricht eine deutliche Sprache.

Das Häckseln eines Auwäldchens, das die Erde offensichtlich selbst hervorgebracht hat, bezeichnet er als „Pflegemaßnahme“. Ein Kahlschlag in diesem Ausmaß ist aber kein Gehölzschnitt, der bis Ende Februar abgeschlossen sein muss, weil ihn das Bundesnaturschutzgesetz vom 1.März bis 30. September verbietet. Als Pflegemaßnahme für vom Eschentriebsterben bedrohte Eschen wird von Landesämtern in Bayern und Österreich Verjüngung und langsamer Austausch durch andere Baumarten empfohlen.

Der Verweis von Herrn Huber auf frühere Zeiten, in denen der Grund eine Weide war, und die offenbar abwiegelnd gemeinten Worte „Wächst wieder nach“ wirken auf mich hilflos oder zynisch.

Die Worte und die Wunde in der Landschaft zeigen für mich Geringschätzung und Nichtachtung von Natur und Schöpfung. Damit mag ich mich nicht abfinden.

Bäume haben einen Wert für sich, für das Ökosystem, in dem sie stehen, für Mensch und Tier, für Klima, Wasser und das Leben. Der Fällung eines Baumes muss eine wohl abgewogene Entscheidung mit Maß und Ziel vorausgegangen sein.

Beim Bürgerbegehren „Schutzschirm für die Platanen“ hatte sich 2014 eine klare Mehrheit von Trostberger Bürgerinnen und Bürgern für den Erhalt von sechs Platanen in der Heinrich-Braun-Str. ausgesprochen. Ich denke, dass damit auch eine grundsätzliche Haltung zum Schutz von Bäumen zum Ausdruck gebracht wurde. Nicht nur die Stadt, auch Privatleute, Gewerbetreibende und Industrieanlagenbesitzer in Trostberg sollten sich daran orientieren.

Andreas Herden, Trostberg

Hier der Artikel von Lucia Frei (zum Vergrößern bitte anklicken):