Die Teilnehmer der RadlWAHLfahrt im Achental bei (v.l.) Hilde und Georg Stöger: Bundestagskandidat Andreas Herden, Peter Beisser, MdL Gisela Sengl, OV-Sprecher Peter Lloyd und Umweltpionier Hermann Eschenbeck.

„Stones verhindern Besucherrekord“

RadlWAHLfahrt ins Achental

„Die Rolling Stones haben heute wohl einen neuen Besucherrekord verhindert.“ Mit diesen Worten hat Marquartsteins Ortsverbandssprecher Peter Lloyd augenzwinkernd die – trotz des zur selben Zeit stattfindenden Konzerts der Altrocker – zahlreichen Besucher der grünen Diskussionsveranstaltung im „Wessner Hof“ in Marquartstein begrüßt. Im Rahmen der „Radl-WAHL-Fahrt“ war ich, begleitet von der Traunsteiner Landtagsabgeordneten Gisela Sengl, diesmal im Achental unterwegs.
Bereits am Nachmittag hatten wir gemeinsam mit Mitgliedern des Ortsverbandes in Marquartstein mit Bürgermeister Andreas Scheck über die Ökomodellregion Achental gesprochen. Dann ging’s mit den Rädern nach Schleching, wo wir den Hof der Demeterbauern Georg und Hilde Stöger besuchten und – zurück in Marquartstein – mit Biogaspionier Sepp Moritz das Für und Wider einer Biogasanlage diskutierten.

Im „Wessner Hof“ berichtete ich über prägende Erlebnisse meiner Radl-WAHL-Fahrt durch die Landkreise.

Ich äußerte mich begeistert, wie die Familie Stöger in Schleching mit ihrem Bio-Bauernhof sich dem ewigen Wachsen oder Weichen entgegenstemmen und mit 20 Kühen und zwei Ferienwohnungen ihre Familie ernähren – bei gesicherter Nachfolge: Tochter Verena möchte den Hof übernehmen. Dennoch spüren auch sie zunehmend den Siedlungsdruck und die „Kuhfladenkritik“ verständnisloser Nachbarn.

„Ich bin ein freier Bauer“, sagte Georg Stöger mehrfach. Das hat mir imponiert. Wichtig ist doch, dass die eigene Überzeugung und die eigenen Werte im Leben eines Menschen mit seinem Handeln deckungsgleich bleiben. Dann bleibt man ein ehrlicher und authentischer Mensch mit Rückgrat, der den Blick in den Spiegel nicht fürchten muss.

Auch dem Biogaspionier Sepp Moritz, Besitzer des „Wessner Hofes“, der an der Diskussionsveranstaltung teilnahm, zollte ich Respekt für seine individuelle Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft. Bereits 1997 hat er zur Verwertung seiner Küchenabfälle und der Gülle, die seine Schweine, Mastochsen, Kälber , Gänse und Hühner produzieren, eine Biogasanlage in Betrieb genommen. Den erzeugten Strom nutzt er um die Verbrauchsspitzen des Wessner-Hof in den Morgen- und Abendstunden mit eigenem Strom auszugleichen.

Ich finde es richtig und wichtig, Abfälle der Verwertung zum Beispiel in einer Biogasanlage zuzuführen. Ich wehre mich aber dagegen, dass immer mehr Lebensmittel wie Getreide, Kartoffeln und Mais nur angepflanzt werden, um zu Biogas verarbeitet zu werden. Leider ist der Anbau von sogenannten Energiepflanzen meist lukrativer als konventionelle Landwirtschaft zur Ernährung der Menschen. Hier brauchen wir dringend eine Umsteuerung, zumindest eine Deckelung.

Auch die Wissensvermittlung bei der Ausbildung für Landwirte muss zukunftsfähige Alternativen aufzeigen. Denn immer mehr Böden werden durch Monokulturen mit viel Düngemittel- und Pestizideinsatz zerstört. Die Böden können Regen-Wasser nicht mehr aufnehmen und bieten Mikroorganismen, die zu einer Verbesserung der Bodenqualität beitragen, keinen Lebensraum mehr.

Bauern wollen und sollen idealer Weise nach bestem Wissen und Gewissen wirtschaften können.

Gerade als Pfarrer bin ich besonders gefordert, mich für den Erhalt der Schöpfung einzusetzen und den Dialog und das Miteinander der Menschen zu fördern. Deshalb liegen mir die überlebenswichtigen „Wenden“, die im Grünen Wahlprogramm zentral sind – Agrarwende, Energiewende, Verkehrswende – besonders am Herzen, getreu meines Mottos „Christlich, sozial, grün“.

Die Grüne Landtagsabgeordnete Gisela Sengl brachte ihre Freude über ein gelungenes Grünes Programm zur Bundestagswahl zum Ausdruck: „In einem kurzen 10-Punkte-Wahlprogramm wird hier der Grüne Lebensentwurf plausibel erklärt“, sagte sie. Für sie selbst sei die großartige Arbeit Sepp Daxenbergers, gerade im bäuerlichen Milieu, Antrieb und Motivation gewesen, auf diesem Weg weiterzumachen. Grüne Politik wolle vor allem der Natur eine Stimme geben und das Bewusstsein und die Wertschätzung für das Handwerk, für Landwirtschaft und Ernährung wieder schärfen. Dies kam vor allem bei den anwesenden Landwirten gut an.

Andreas Herden in den Bundestag wählen!