Andreas Herden - Politik mit Mut und Demut

Welche Werte sind für mich maßgeblich, um Politik zu gestalten?

Meine persönlichen Grundlagen für eine menschengerechte Politik sehe ich als evangelischer Pfarrer selbstverständlich in christlichen Werten: Nächstenliebe, Glaube, Liebe, Hoffnung, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Recht. Das Bemühen um diese Werte sehe ich als Triebfeder und als Maßstab für mein politisches Handeln – das ist mein christlich motiviertes politisches Grundrauschen, mein Hintergrund. Dazu sehe ich zwei wesentliche Tugenden, die politisch verantwortliches Handeln bedingen: Mut und Demut. Den Mut, gegen alle Anfechtungen für meine Werte und für die Werte derer, die ich als Politiker vertrete, einzustehen. Den Mut, die Stimme gegen diejenigen zu erheben, die unsere Werte relativieren und einseitig zu ihren Gunsten auslegen wollen. Den Mut, gegen diejenigen meine Stimme zu erheben, die populistisch-zeitgeistig ihr Recht auf eine wie auch immer definierte Überlegenheit einfordern. Den Mut, der schweigenden Mehrheit eine Stimme zu geben. Den Mut, bequeme, ausgetretene Pfade zu verlassen und neue Lösungswege zu suchen. Den Mut, Haltung zu zeigen.

Und dann die Demut. Die ist nicht das Gegenteil von Mut. Sie ist ein tiefes Wissen ums Eingebundensein in die Zusammenhänge des Lebens, in die Gemeinschaft, in der man lebt. Für Christen ergibt sich Demut aus dem Anerkennen ihrer Geschöpflichkeit; sie wissen, dass sie der Vergebung und der Erlösung bedürftig sind. Der Humanismus stellt den Menschen in den Mittelpunkt, wie es folgerichtig im Grundgesetz, Artikel 1 heißt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Das ist richtig – auch im christlichen Sinne richtig. Aber es ist nicht alles. Viele spüren das. Die Menschen, die kein Fleisch mehr essen, weil sie das Leiden der Tiere in Fleischfabriken verhindern wollen, spüren, dass es nicht reicht, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Wenn wir es aber tun, wenn wir in einer Demokratie, in einem Staat, in einer Gesellschaft von Menschen den Menschen in den Mittelpunkt stellen, dann werden wir nicht umhinkommen, dann brauchen wir Demut: Das Eingeständnis, dass der Mensch Fehler hat und Fehler macht, trotz bester Absichten. Das gilt für jeden Menschen. Auch für mich. Demut ist die Einsicht, dass jeder Mensch nur einen ganz eigenen Teil der Wirklichkeit wahrnimmt. Das gilt für jeden Menschen. Auch für mich.

Die Tugenden Mut und Demut bilden gleichsam die „Basis-Werte“ für das Zusammenleben im Allgemeinen und für die Arbeit der Politikerin, des Politikers im Speziellen: Wir brauchen die Bereitschaft zum Zuhören. Zuhören und verstehen – das sind Voraussetzung für die Resonanz zur Wählerschaft und zur Partei. Würden wir aber jetzt exklusiv nach Partei- und/oder Volkswillen handeln, machte uns das zu bloßen Erfüllungsgehilfen. Nicht die Selbstaufgabe ist Daseinszweck des Mandatsträgers oder der Mandatsträgerin. Es geht um Persönlichkeit, um Lebenserfahrung, um Überzeugungen, um Werte, um Gewissen und nicht um Umfrageergebnisse und Zeitgeist. Und so folgt für mich aus der Bereitschaft zum Zuhören zwingend die Bereitschaft zum Dialog. Der Dialog öffnet den Horizont für Synthesen und Kompromisse, er kann das Korrektiv für verhärtete Meinungen und Vorurteile sein. Und das ist Voraussetzung für die nächste Bereitschaft, die die Politikerin, der Politiker mitbringen muss: die Bereitschaft zum Initiativ-Werden, zum Handeln.

Mut, Demut, Bereitschaft zum Zuhören, zum Dialog und zum Handeln. Das sind für mich die Eigenschaften, die ein Mandatsträger mitbringen muss.

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